Дата: Четверг, 26.04.2012, 19:39 | Сообщение # 2522
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Сегодня в школе, учитель принесла газету, в которой поливали грязью нашу профессию. Нас зло взяло и мы написали ответное письмо-комментарий к этой статье.Почитайте.
Kommentar zum Artikel „Kassen rügen unzeitgemäße Pflege“, NDZ , Seite 3, 245.04.2012
Wir, die Altenpflegeschüler der Klasse BFA10A der BBS Springe, haben mit großem Erstau-nen Ihren Artikel in der NDZ vom 25.04.2012, Seite 3 gelesen und wollen Ihn nun unseren Standpunkt dazu mitteilen.
Schon in der Überschrift wird von „unzeitgemäßer Pflege“ gesprochen. Leider wurde diese These nicht weiter erläutert, weshalb wir uns fragen: Was ist unzeitgemäße Pflege bzw. wie findet sie statt? Die Ausbildung in der Altenpflege unterliegt neuesten pflegewissenschaftli-chen Kenntnissen, was auch per Gesetz vorgegeben wird und entwickelt sich ständig weiter. Wir als Schüler geben dieses Wissen in unseren Einrichtungen weiter und beugen somit der „unzeitgemäßen Pflege“ vor. Weiterhin berichten alle Schüler unserer Klassen davon, dass in Ihren Betrieben ein ständiger Fortschritt zu beobachten ist. Dies zeichnet sich durch Fortbil-dungen, Schulungen sowie einer Technisierung der gesamten Pflege aus. Es werden neueste, auf wissenschaftlichen Kenntnissen beruhende Verfahren, z.B. in der Dekubitusbehandlung sowie der dazugehörigen Dokumentation angewandt.
Unzeitgemäß könnte auch die beschriebene Problematik „ Fixierung“ sein. Aus ihrem Hin-weis zum Pflege- Qualitätsbericht ist zu entnehmen, dass jeder fünfte Pflegeheimbewohner „hinter ein Bettgitter gesperrt wird“. Sie deklarieren dieses Thema als negativ, aber warum? Richtig ist, dass nicht alle dieser freiheitsentziehenden Maßnahmen nicht richterlich bestä-tigt sind. Dennoch behaupten wir Pflegekräfte, dass dies im Sinne der Bewohner geschieht. Viele Patienten wünschen sich das erwähnte Bettgitter, um sich sicher zu fühlen, da sie Angst haben aus dem Bett zu fallen. Sicher gibt es auch Fixierungen, die nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden, aber die sind nach unserer Erfahrung Einzelfälle. Dennoch stimmen wir zu, wenn gesagt wird, dass bei diesem durchaus schwierigen Thema der rechtlich korrekte Weg eingehalten werden muss. Hierbei muss an die Sorgfalt der Pflegekräfte appelliert werden.
Weiterhin ist es uns wichtig, dass man versteht, in welchen Fällen und warum Fixierungen angewandt werden. In Pflegeprozess wird zunächst alles versucht, um freiheitsentziehenden Maßnahmen zu entgehen. Dennoch gibt es Fälle, in denen z.B. niedrige Betten den Bewoh-ner nicht daran hindern, sich in erheblichem Maße selbst und auch andere zu verletzen. Da-her vermitteln Sie vielen Menschen ein verzerrtes Bild über das Thema, was wir nicht so akzeptieren wollen.
Im Artikel ist weiterhin eine stärkere Beachtung und Förderung der Selbstbestimmung von Demenzkranken gefordert. Auch diese These wird nicht belegt. Richtig ist, dass wir Pflege-kräfte eine gewisse Bevormundung gegenüber Demenzkranken im Pflegealltag anwenden. Doch auch dies geschieht im Sinne des Bewohners. Wir zwingen die Menschen nicht zu be-stimmten Handlungen. Gerade bei Personen mit einer Demenz wird im besonderen Maße auf die individuellen Bedürfnisse eingegangen. Die Patienten, ob geistig verwirrt oder nicht, entscheiden selbst, die Pflege gibt nur den Rahmen dazu!
Passend dazu ist die Aussage: „[…] aber nicht immer wird versucht, anhand von Mimik und Gestik das Wohlbefinden der altersverwirrten Menschen zu ermitteln.“ Auch hier fragt sich unsere Klasse, auf was sich diese Aussage stützt bzw. wie man zu diesem Ergebnis kommt. Dieses Kriterium kann in keinem Fall bei Prüfungen der Heimaufsicht oder des MDK ermittelt werden. Dazu müssten die Prüfer über eine längere Zeit die Arbeit der Pflegekräfte analysieren. Durch Bezugspflege und speziell ausgebildete Kräfte im Bereich Gerontopsychiatrie kennen wir die Bewohner so gut wie fast keine andere Person. Dadurch gehen wir genau auf die Menschen ein, kennen z.B. ihre Probleme oder Ängste und können diese Gefühle auch durch Mimik/Gestik deuten. Von daher ist diese Aussage in unseren Augen eine Beleidigung unseres täglichen Handels!
Zum letzten Absatz des Artikels ersparen wir uns eine Stellungnahme, da dies den Rahmen sprengen würde. Wir bitten an dieser Stelle die Leser, diese Sätze nicht ernst zu nehmen. Wir behaupten, dass keine Pflegekraft in der Altenpflege „Demenz […] nur mit der Zerstö-rung der geistigen Leistung gleichsetzt“ und auch nicht so mit den an Demenz erkrankten Menschen umgeht.
Eine weitere Aussage ist, dass ein gewisser Prozentsatz von Pflegebedürftigen nicht entspre-chend der anerkannten Standards gepflegt wird. Diesem Punkt stimmen wir voll zu, doch in die genau andere Richtung. Betrachtet man die Versorgung durch die Pflegekräfte nur aus rechtlicher Sicht, findet eine Überversorgung statt. Viele Leistungen, gerade in der medizini-schen Behandlung, werden nicht von der Pflegeversicherung gezahlt und werden dennoch durchgeführt. Würde speziell in Pflegeheimen nur nach den errechneten Leistungen ge-pflegt, wären die meisten Patienten unterversorgt und hätten große Probleme ihren Alltag zu gestalten. Die emotionale Sicht, also Gespräche mit Bewohnern über Ängste oder Wün-sche, beratende Tätigkeiten oder der zeitintensive Umgang mit Demenzkranken wird im Pflegeversicherungsgesetz nicht beschrieben und somit auch nicht bezahlt. Auch in diesem Bereich handeln wir Pflegekräfte im Sinne des Bewohners, im Sinne der Menschlichkeit.
Daraus resultiert für uns ein Zwiespalt. Die Bundesregierung wirbt in einem hohen Maße um Auszubildende für die Altenpflege. Ein Mindestlohn wurde auf den Weg gebracht und der Einstieg in Beruf soll, entgegen die Pläne der EU, durch eine geringere Schulbildung erleich-tert werden. Doch durch diese negative Darstellung des Pflege-Qualitätsberichtes werden vielen Menschen ihr schlechtes Bild von der Pflege nur festigen. Somit kommen wir zu der Aussage, dass die beschriebenen Ergebnisse des Berichts durchaus zutreffen, aber in einem völlig falschen Licht dargestellt bzw. gedeutet werden. Ob es das Thema „Fixierungen“ oder „Behandlung von Druckgeschwüren“ ist. Sicher könnte der rechtliche Aspekt gründlicher bearbeitet werden, aber das Hauptziel der Pflege ist das Wohlbefinden des Bewohners! Durch nicht realistische gesetzliche Rahmenbedingungen oder völlig „unzeitgemäße“ ärztli-che Verordnungen zur Behandlung von Dekubiti, sind wir zusätzlich gezwungen „falsch“ zu pflegen.
Viele Leute wissen nicht, wie komplex das Tätigkeitsfeld der Altenpflege ist. Und nun wird durch Ihren Artikel das Bild der „unzeitgemäßen Pflege“, bei der Bewohner gefesselt, ruhig gestellt und nicht auf sie eingegangen wird, ergänzt. Durch diesen Artikel werden keine jun-gen Menschen für den Beruf der Altenpfleger und Altenpflegerin gewonnen, und das ist schade, denn dieser Beruf ist interessant und sinnstiftend.
Ох и денек сегодня: сначала не с той ноги встала, потом не на ту метлу села...)
Дата: Понедельник, 30.04.2012, 19:46 | Сообщение # 2526
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Quote (Аля)
Интересно какой будет их ответная реакция
Мне тоже интересно.Они могут никак не отреагировать. ..промолчать...но насколько я знаю дух моих однокурсников, мы просто так это не оставим.Завтра отнесу этот комментарий-письмо в мой хайм, где делаю аусбильдунг, хочется услышать их мнение по этому поводу.
Ох и денек сегодня: сначала не с той ноги встала, потом не на ту метлу села...)